Springende Frau vor farbigem Himmel - Hochsensibilitaet berufliche Krise Erfolg
Foto: Austin Schmid auf Unsplash

Meine akute berufliche Krise als Hochsensible ist erstmal geschafft. Nach mehreren Anläufen bin ich auf die nächste Stufe gesprungen. Nach dieser knapp über ein Jahr dauernden Zeit inklusive zwei Phasen der Arbeitslosigkeit durch Eigenkündigung habe ich endlich einen neuen Job, auf den ich mich richtig freue. Wenn ich nicht auch erschöpft wäre, würde ich nur noch herumhüpfen… was für eine anstrengende Zeit, in der ich enorm gewachsen bin.

Mitten in der Corona-Krise hatte ich den Mut, mich aus einer sicheren Festanstellung zu befreien, da meine Gesundheit akut gefährdet war. Ich nahm Coaching-Stunden, die die Erkenntnis brachten, dass ich hochsensibel bin. Und besondere Gaben, aber auch Bedürfnisse habe, auf die ich achten muss.

Was habe ich aus dieser beruflichen Krise als Hochsensible gelernt? So Einiges über mich selbst… die fünf wichtigsten Erkenntnisse stelle ich dir hier vor.

1. Sei DU. Werde DU. In deiner sensiblen Einzigartigkeit.

Es klingt abgedroschen, doch… wir sind jede|r einzigartig und…

Wir sollten unsere Einzigartigkeit feiern.

Hochsensibilität ist eine Gabe, keine Schwäche, kein Makel. Ich freue mich, mit diesem Wesenszug ausgestattet zu sein, obwohl ich die Herausforderungen wahrnehme und noch nicht mit jeder gut umzugehen weiß.

Außerdem: Was für eine|n andere|n zum jetzigen Zeitpunkt das Richtige ist, muss es nicht für dich sein. Die gesellschaftliche Konvention sagt, was du zu tun hast in einem bestimmten Alter?

Leb‘ dein Leben.

Je mehr du deinen eigenen Weg einschlägst, desto lebendiger wird dein Leben, desto mehr spürst du dich. Desto tiefer fühlst du die Höhen, aber auch die Tiefen. Es wird auch unbequemer. Du lässt vielleicht manche Bindungen los, musst dich in gewissen Bereichen „neu (er)finden“.

Doch, ich bin fest davon überzeugt – du blühst am schönsten als die einzigartige Blume, als die du gemeint bist. Nicht als das, wozu dich die Gesellschaft oder sonst wer verbiegen möchte. Sei du, werde du. Diesen Ratschlag kann ich mir gar nicht oft genug zu Herzen nehmen.

2. Nein, du bist kein Versager. Du lernst gerade intensiv.

Arbeitslos zu sein, vorübergehend Arbeitslosengeld oder Hartz IV beantragen zu müssen, kann passieren. Eine Phase, in der du denkst, du seist gescheitert, weil du gerade nicht weiter weißt – kann zum Leben dazu gehören. Das macht dich nicht zu einem Versager | einer Versagerin.

Dieser Lebensabschnitt half mir: Zu erkennen, wie privilegiert ich bin, dass ich soziale Unterstützung beantragen kann und nicht meine Wohnung verliere, weil ich z. B. die Miete nicht mehr bezahlen kann. Zu erkennen, dass ich nicht meine Stellenbezeichnung, mein Status, mein Gehalt „bin“. Und dass ich schon gar keine „Versagerin“ bin. Sondern jemand, der gerade sehr tief und intensiv lernt. Und an dieser Lektion wächst.

3. Wie du den Weg gehst ist entscheidend.

Vielleicht kennt ihr das, ich tappe immer wieder in diese Falle, dass ich mir Freude erst erlauben möchte, wenn „alles geschafft ist“. Doch wann wird das sein? Es ist niemals „alles geregelt“.

In meiner über mehrere Monate andauernden Krise habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, sich immer wieder für Momente des Loslassens und der Freude zu entscheiden. Sonst brennst du aus. Und ja, man verdient Momente der Freude, auch wenn eine bestimmte Situation noch nicht gelöst ist. Und es gibt preisgünstige Momente der Freude – in der Natur, mit deinen Lieblingsmenschen, bei schöner Musik, Yoga, in der Sonne…

Wenn du nur verbissen dein Ziel im Auge hast, erschöpfst du dich irgendwann. Gönn‘ dir Pausen, bestaune den Weg, halte inne. Sonst hastest du von einem Ziel zum nächsten und bist niemals im Hier und Jetzt.

4. Unterschätze niemals deine innere Kraft, die Dinge zu verändern.

Als ich im Inneren neue Türen geöffnet habe, konnte auch im Außen die Veränderung eintreten. Die äußere Veränderung folgte der inneren.

Ich habe mir die neue Stelle regelmäßig und immer genauer vorgestellt und visualisiert. Das bedeutete auch, überhaupt zu verstehen, was ich eigentlich will, was für ein Umfeld, welche Rahmenbedingungen, was für eine Aufgabe etc. Daran habe ich regelmäßig gearbeitet.

Darauf, was ich genau anders gemacht habe in dieser Jobsuche im Vergleich zu allen anderen, werde ich in einem gesonderten Beitrag eingehen.

5. Verbinde dich. Du musst es nicht allein schaffen.

Ein Fehler, den ich immer noch oft genug mache: Ich denke, ich müsste alles alleine schaffen, insbesondere schwierige Momente im Leben. Das muss man nicht. Man darf sich anderen anvertrauen, sich mal anlehnen, trösten lassen.

Oft eröffnet die Verbindung mit anderen ganz neuen Möglichkeiten. Jemand hat von einer Stelle für dich gehört oder kann dich auf andere Weise unterstützen. Oder du fühlst dich einfach angenommen, egal, was gerade (vermeintlich) für ein Chaos in deinem Leben tobt.

Wir Menschen brauchen Beziehungen, um zu überleben. Verbindung ist wichtig – mit dir selbst, mit anderen, und wenn du spirituell offen bist, auch mit dem „großen Ganzen“ (wie auch immer du es für dich nennen magst).

Kooperation und die Verbindung mit anderen Menschen hilft dir, mir, uns…. Krisen besser zu überstehen.

Fazit

Das war eine anstrengende Lektion in meinem Leben. Zwischenzeitlich hatte ich große Zweifel an mir. Doch nun freue ich mich auf eine neue Stelle in einem netten, kleinen Team mit 80 % in Teilzeit. Das heißt es bleibt mir noch Zeit für mein neues Herzensprojekt: dieser Blog und die Themen Potenzialentfaltung und Hochsensibilität.

Etwas erschöpfte, aber freudige und erleichterte Grüße
Constanze