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Foto: Andre Furtado auf Unsplash

Deine Berufung finden mit dem ikigai-Modell: Zahlreiche Tools, Kurse, Bücher… können dir helfen, deiner Berufung auf die Spur zu kommen. Du kannst Coachings besuchen, Persönlichkeitstests absolvieren, deine bisherige berufliche Biographie nochmals und nochmals bis ins kleinste Detail durcharbeiten… ich mache mich nicht lustig, aber schmunzle liebevoll – vor Allem über mich. Denn ich habe so Einiges durch. Und irgendwann kam ich an an einen Punkt, an dem ich mich fragte:

Geht das nicht alles ein wenig leichter?

Ich möchte ehrlich zu dir sein: die easy Abkürzung kenne ich nicht. Und angekommen in meiner Berufung bin ich auch noch nicht. Doch es gibt diese wunderschönen Flow-Momente, in denen ich mich vollkommen in meinem Element fühle. Zum Beispiel jetzt, wenn ich diesen Blog-Artikel für dich schreibe.

Innere Arbeit gehört dazu. Die Erforschung deiner Persönlichkeit, deiner Stärken, deiner Biographie… gehört dazu. Tools, Methoden, vielleicht auch eine Öffnung hin zu einer bodenständigen Spiritualität (wenn es sich für dich so anfühlt). Etwas ausprobieren, lernen, hinfallen, aufstehen. Doch manchmal und eigentlich immer öfter… darf ein Stück des Weges auch leicht sein.

Deine Berufung finden mit dem Ikigai-Modell: Lass‘ uns in diesem Beitrag diese interessante Sichtweise auf das Leben kennenlernen, mit der du deiner Berufung wieder einen Schritt näherkommen kannst.

Was ist Ikigai?

Das Wort „Ikigai“ stammt aus dem Japanischen. Es setzt sich zusammen aus zwei Bestandteilen:

  • iki, was mit „Leben“ ins Deutsche übersetzt wird
  • gai, was mal mit „Wert“, mal mit „Erfüllung“ ins Deutsche übersetzt wird

Ikigai hilft zu erkennen, was dein Leben für dich lebenswert, sinnhaft, glücklich, erfüllend macht. Der Grund, warum du jeden Morgen aufstehst.

Ikigai blickt aus vier Perspektiven auf das Leben: nicht nur auf den Beruf allein.

Vier Perspektiven ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf ein erfülltes Leben.

Berufung finden mit Ikigai: Vier Perspektiven auf dein Leben

Dort, wo sich die vier Perspektiven überschneiden, liegt dein Ikigai, das, worin du dein Leben als für dich erfüllend, sinnhaft, glücklich erlebst.

ikigai-Methode
Foto: eigene Darstellung

Was du liebst

  • Was bereitet dir Freude?
  • Bei welchen Tätigkeiten bist du wie versunken und vergisst die Zeit?
  • Wenn du finanziell abgesichert wärst und einfach dem nachgehen könntest, was du gerne tust, was wäre das?

Was die Welt braucht

  • Was kannst du zum Wohle aller beitragen?
  • Was würde fehlen in der Welt, wenn du es nicht hinausbringst?
  • Wie kannst du dazu beitragen, dass unser Planet ein klein wenig besser wird?

Worin du gut bist

  • Was fällt dir leicht?
  • Wobei fragen dich andere Menschen um Rat?
  • Worin hilfst du anderen gerne, weil es dir so leicht fällt?

Wofür du bezahlt werden kannst

  • Womit verdienen andere Menschen mit ähnlichen Fähigkeiten Geld?
  • Für welche Probleme, die du lösen kannst, sind Menschen bereit, Geld zu bezahlen?
  • Für welche deiner Fähigkeiten sind Menschen bereit, Geld zu bezahlen?

Berufung finden mit Ikigai: So gehst du konkret vor

Schreibe dir anhand der obigen Fragen zu jedem der vier Perspektiven Stichpunkte auf. Du kannst dir das Bild mit den vier Perspektiven aufmalen und deine Stichpunkte hineinschreiben oder auch alles als Text herunterschreiben. Wie es für dich stimmig ist. Lass‘ die Ideen und Gedanken sprudeln.

Falls du auf Blockaden stößt, z. B. limitierende Glaubenssätze, du erlaubst dir etwas nicht zu denken, dir vorzustellen … und auch bei mehrmaligen Versuchen nicht weiterkommst, kannst du

  • dich entspannen. Nichts erzwingen für den Moment. Und versuchen, damit okay zu sein (dass gerade jetzt die Inspiration nicht kommt)
  • raus aus dem Kopf, weg vom „Zerdenken“: Spaziergang oder Sport an der frischen Luft, mit einem lieben Menschen Zeit verbringen, Musik machen oder hören, schreiben, malen… was dich in den gegenwärtigen Moment bringt, weg von deinen Gedanken. Oft fließt es später wieder, ohne dass du aktiv etwas tun musstest.
  • gemeinsam mit anderen Menschen brainstormen: macht die Übung gemeinsam, z. B. zu zweit, sich darüber auszutauschen kann auch zu sehr schönen Erkenntnissen führen
  • professionelle Unterstützung z. B. in Form eines Coachings oder einer psychologischen Beratung: wenn du merkst, du steckst gerade wirklich fest in deinem Leben und fühlst dich unglücklich damit. Und auch nur dann, wenn du spürst, dass das jetzt für dich ist, was dich weiterbringt.

Ikigai: Muss es diese eine Sache sein?

Der Punkt, an dem sich die vier Bereiche überschneiden muss nicht eine Sache sein, ein Stichwort, eine Berufung. Es muss nicht mal zwangsläufig dieser eine Punkt sein, den du herausfindest. Wichtig bei diesem Modell ist, dass du dir Gedanken machst, dein Leben betrachtest und dem näherkommst, was dich glücklich macht.

Du kannst mit deinem Job Geld verdienen und gut darin sein und das, was du liebst in deiner Freizeit tun. Du kannst der Welt in einem Ehrenamt dienen. Ikigai kann dir helfen, auf einfache Weise mehr Klarheit darüber zu bekommen, was dich glücklich macht. Und eine für dich erfüllende Mischung aus den vier Bereichen zu leben.

Tiefer einsteigen: Links und Lesetipp

Mit folgenden Links und einem Buchtipp kannst du tiefer ins Thema einsteigen:

Ich hoffe du konntest mit dieser Sichtweise einem erfüllten Leben ein Stückchen näherkommen. Es muss nicht immer „der Moment des Erwachens“, „der große Knall“… sein.

Es sind die vielen kleinen Schritte in die richtige Richtung, die dich auf den Weg bringen, den nur du gehen kannst. Auf dem du dich entfaltest – in deinen ganz eigenen Ausdruck von Leben.

Dabei wünsche ich dir das Allerbeste.

Herzliche Grüße
Constanze