Do something great Schild - Endlich in die Gaenge kommen
Foto: Clark Tibbs auf Unsplash

Endlich in die Gänge kommen – eigentlich weißt du schon länger, dass du etwas unternehmen solltest. Dass deine aktuelle Situation nicht mehr für dich passt. Du solltest endlich Bewerbungen schreiben. Du solltest dir mal einen Plan machen für dein Herzensprojekt. Du solltest mal dieses unangenehme Gespräch führen. Vielleicht diese Beziehung klären oder eine Freundschaft oder Wohnung loslassen. Du solltest Dinge tun, um vorwärts zu kommen auf deinem Weg, auf dem dein Herz in den Lead geht. Aber irgendwie…

… sind da erstmal noch so viele andere Dinge zu tun. Du bist jetzt noch nicht bereit, in die Gänge zu kommen, aber vielleicht nächste Woche. Oder nächsten Monat. Nächstes Jahr oder am Sankt-Nimmerleinstag. Und du hast für so viel Veränderung momentan keine Zeit. Außerdem brauchst du noch eine Weiterbildung für die neue Stelle. Und eigentlich ist die aktuelle Situation ganz okay – warum also unangenehme Gespräche führen und Dinge klären, die Entscheidungen erfordern und unbequem sein könnten. Warum Risiken eingehen, das kleine Glück ist wenigstens berechenbar.

Weil du nur dieses eine Leben hast – und es ist zum Glücklich-Werden da!

Weil dir jeden einzelnen Tag die Sekunden zwischen den Fingern zerrinnen, in denen du:

  • Deine Herzensthemen nicht anpackst, die dich in dein Glück führen
  • Die überfällige Veränderung nicht angehst (das kann in Mini-Schritten sein)
  • Vor dir selbst und deinen Herzenswünschen davonläufst

Das kann dir helfen, für das, was du anders willst, endlich in die Gänge zu kommen:

  1. Push: Erkenne und gestehe dir ein, und zwar so richtig, dass es Handlungsbedarf gibt (damit du in die Gänge kommst)
  2. Pull: Entwickle eine Vision deiner zukünftigen Situation (wofür du in die Gänge kommst und damit du am Ball bleibst)
  3. Start: Gehe los, egal wie klein die Schritte sind (solange sie in die richtige Richtung führen)

Push: Gestehe dir ein, dass es (wirklich!) Handlungsbedarf gibt

Manchmal spricht dein Körper mit dir und schickt dir Zeichen, dass es so nicht mehr weitergehen kann in deinem Leben. Dass etwas aus der Balance geraten ist. Das kann (muss aber nicht!) die regelmäßige Migräne sein, die Magenverstimmungen, Allergien. Diese Krankheiten können natürlich vielschichtige andere Ursachen haben. Dass dein Körper dir Signale schickt, kann, muss aber nicht, eine Möglichkeit sein.

Pushs können auch anders aussehen: Sich immer wieder wiederholende Muster in Beziehungen mit Menschen, Jobs, Situationen. Ein Todesfall im Umfeld, der dir vor Augen führt, dass dein Leben endlich ist. Die Begegnung mit einem besonderen Menschen, der|die dich an dein inneres Potenzial und deine Träume erinnert, auf welche Weise auch immer.

Einen (einfühlsamen, aber bestimmten) Tritt, um in die Gänge zu kommen, kannst du dir auch selbst geben. Meist geschieht es in Wechselwirkung mit deiner Umwelt: Bücher, die du liest, inspirieren dich zu etwas Neuem, neue Menschen, mit denen du dich umgibst, Themen und Fragen, mit denen du dich beschäftigst. Du richtest dich über regelmäßige neue Impulse in deine gewohnte Welt bereits zu etwas Neuem hin aus. Du bist schon dabei, aufzustehen und in die Gänge zu kommen.

Wichtig ist, nicht an spannenden Artikeln und Büchern hängen zu bleiben. Sondern dir klar zu werden: Es muss sich jetzt etwas ändern. Es gibt bei diesem und jenem Thema Handlungsbedarf in meinem Leben.

Auf welche Weise auch immer du erkennst, dass du wirklich handeln musst und ein Thema in deinem Leben ändern musst: mit der reinen Erkenntnis „So geht es nicht mehr“ ist es nicht getan. Du merkst, okay, ich muss den Fluss überqueren. Das sieht gefährlich aus, ungewohnt, anstrengend, ungewiss. Aber wofür soll ich diese Strapazen auf mich nehmen? Du brauchst ein starkes „Pull“, etwas, das dich zieht und wofür du bereit bist, dich voll einzusetzen.

Pull: Finde eine powervolle Vision deiner neuen Situation

Machen wir uns nichts vor: Auch nach einer Erkenntnis, dass es Handlungsbedarf gibt, kannst du, wie der berühmte Frosch im langsam heißer werdenden Wasser zunächst auch bleiben, wo du bist. Und nichts weiter.

Weil… naja, ist zwar nicht so dolle das Ganze grade, aber irgendwie aushalten lässt es sich ja. Und… keine Zeit, Veränderung ist anstrengend, du musst noch dies und das, bevor … naja, die ganzen oben genannten Gründe eben.

Jetzt kommt das entscheidende zweite Element ins Spiel: Das Pull.

Du musst wissen wo du hinwillst und wofür du die Strapazen in kauf nehmen wirst. Du brauchst eine powervolle Vision (die sich im Übrigen auch mal anpassen darf) und klare Absichten, was du Step by Step erreichen willst auf diesem Weg dorthin.

Denn: Auf deinem Weg werden Barrieren auftauchen. Es werden Fehler passieren, der ein oder andere Umweg oder gar Misserfolg. Es geht raus aus dem Gewohnten, das macht Angst. Es können Themen auftauchen, die du verdrängt hast. Das Bedürfnis, die Kontrolle zu behalten, Existenzängste, Verlustängste…. all das kannst und wirst (wenn du es willst) du nach und nach überwinden – wenn dein „Pull“, was dich zieht, dir klar ist und die Power hat, wichtiger zu sein, als alles, was da kommen mag.

Dein „Pull“ muss dich spüren lassen, dass es hier wirklich um etwas für dich geht. Das hat nichts damit zu tun, den Verstand auszuschalten. Lass‘ dein Herz mit deinem Verstand zusammenarbeiten. Lass‘ dein Herz in den Lead gehen und den Verstand der beste Partner sein, um deine Vision Step by Step auf den Weg zu bringen.

Tool für eine powervolle Vision: dein Vision Board

Ich möchte dir einen Tipp zu einem Tool geben, das für mich sehr hilfreich war und ist: ein Vision Board.

Auf einem Vision Board visualisierst du deine Träume, Visionen in allen Bereichen deines Lebens, die gerade wichtig für dich sind: Beruf, Finanzen, Partnerschaft, Wohnen, Sinnlichkeit und Genuss, Urlaub, Gesundheit…

Du kannst dein Vision Board digital oder analog erstellen: auf einem großen Plakat, als Collage, in einer PowerPoint, OneNote oder Mindmap, bezüglich der Form bist du vollkommen frei. Mein Vision Board habe ich als großes Plakat gestaltet und mit verschiedenen Farben die Themen und was ich mir wünsche als Bild zusammengefügt.

Du kannst dir Texte aus Zeitschriften oder dem Internet ausdrucken und aufkleben, Postkarten, Fotos, Zitate, Affirmationen, selbst etwas schreiben oder zeichnen… sei frei und versuch‘, das in einem Moment zu tun, in dem du entspannt bist und die Ideen und Gedanken fließen können. Inspirationen und Bilder kannst du z. B. finden auf Pinterest, in kostenlosen Bilder-Datenbanken oder auch durchs „Tun“ – einfach beginnen zu schreiben, zu malen… die Natur bietet auch eine Fülle an Bildern oder auch einfach die Ruhe, um bei dir anzukommen und danach kreativ zu werden.

U.a. hier findest du weitere Informationen dazu, wie du ein Vision Board erstellen kannst: https://karrierebibel.de/vision-board-erstellen/

Start: Und jetzt, STARTE. Und bleib‘ am Ball.

Greif‘ dir den Themenbereich heraus, wo der Schuh gerade am meisten drückt. Und: Packe nicht zu viele Themen gleichzeitig an. Der Job macht keinen Spaß mehr, die Wohnung ist deprimierend und deine Beziehung braucht auch einen neuen Kick? Beginne, mit einem Thema zu arbeiten. Am besten das, was den größten Hebel auf alles andere hat. Ich konnte das bei meinem Vision Board ziemlich gut ablesen, dass es „Beruf und Berufung“ ist. Bei dir kann das ein ganz anderes Thema sein.

Und jetzt frag‘ dich: Was ist die eine Aktion, die du heute noch tun kannst, um weiterzukommen mit diesem Thema? Diese Aktion kann klein sein, sie mag unbedeutend für dich aussehen. Es muss eine Handlung sein, keine Träumerei, kein Grübeln, werde aktiv, tue etwas. Signalisiere dir selbst, dass hier etwas vorwärtsgeht, wenn auch noch so langsam.

Einer Netzwerkgruppe beitreten für ein Thema, wofür du brennst und einen Vorstellungspost mit deinem Anliegen schreiben. Einen Anruf machen bei einem Unternehmen, in dem du gerne arbeiten würdest (egal! Ob sie eine passende Stelle für dich haben). Das ewig verschobene Gespräch ansetzen und das Problem, das dir auf dem Herzen liegt in der Freundschaft, Beziehung… ansprechen. Eine|n Vermieter|in anrufen für die Wohnung, die du gerne hättest. Endlich den Termin für die Paartherapie ausmachen, damit du und dein|e Partner|in euer Thema Step by Step angeht.

Bleib‘ unbedingt am Ball: Schreib‘ dir für jeden (!) Tag ein ToDo für eine noch so kleine, aber relevante Aktion für deine Vision.

So habe ich es mit diesem Blog gemacht und tue es ebenso mit meiner Jobsuche aktuell. Ich habe mir jeden Tag ein starkes ToDo aufgeschrieben, was ich für den Blog tue, bis er online gegangen ist. Für die Jobsuche notiere ich mir für jeden Tag einen Step, was ich tun kann. Das kann neben einer Bewerbung auch mal sein, ein Buch anzuschauen, einen Anruf zu machen, jemanden über xing zu kontaktieren, der eine Stelle bereits hat, die auch zu mir passen würde.

Fazit

In die Gänge kommen heißt, sich wirklich und ehrlich eingestehen, dass deine bisherige Situation so nicht mehr geht (Push). Im nächsten Schritt entwickelst du ein Bild einer powervollen Vision, z. B. mit Hilfe eines Vision Boards, wo du hinwillst (Pull). Dann gehst du los und bleibst regelmäßig, am besten täglich, am Ball (Start).

Dein Erfolg ist nicht das Ankommen in deiner Vision nach soundsovielen Jahren. Jeder Schritt, der etwas Neues wagt, was außerhalb deiner bisherigen Komfortzone liegt, IST bereits dein Erfolg. Auch das Lesen dieses Beitrags ist bereits ein (erneuter) Impuls in deine Veränderung.

Was hat dir geholfen, für etwas, was dir am Herzen liegt, endlich in die Gänge zu kommen? Teile deine Erfahrungen, dein Feedback… gerne in den Kommentaren.

Liebe Grüße
Constanze