Hochsensibel auf Jobsuche - Frau mit Fernglas in Hügellandschaft
Foto: Pawel Janiak auf Unsplash

Die Übersicht über alle Teile der 6-teiligen Artikelserie „Hochsensibel auf Jobsuche – Schritt für Schritt zu deinem neuen Job“ findest du hier.

Rückschau „Hochsensibel auf Jobsuche Teil 1 bis 5“:

In Teil 1 haben wir ein Vision Board erstellt: Entweder eines für alle Lebensbereiche, die dir in den Sinn kamen, oder ein weiteres zu deinen Wünschen für deine berufliche Situation. Wir haben einen ersten Wurf für dein Ziel, deinen nächsten beruflichen Schritt formuliert.

In Teil 2 haben wir das formulierte Ziel verfeinert mit mehr Klarheit über:

  • das, was dich motiviert (deine inneren Motivationsquellen)
  • deine wichtigsten Werte
  • weitere Rahmenbedingungen, die für deine berufliche Situation aktuell relevant sind

In Teil 3 haben wir an mehr Klarheit über deine mentalen Stärken und Barrieren gearbeitet: Was dich vorwärts bringt und was dich zurückhält.

In Teil 4 haben wir uns fünf konkrete Tipps für deine Bewerbung angesehen.

In Teil 5 haben wir uns angesehen, wie du entspannter in dein Bewerbungsgespräch gehen kannst.

Ziel für „Hochsensibel auf Jobsuche Teil 6“:

Im finalen Teil 6 bekommst du drei Tools an die Hand, wie die du die richtige Job-Entscheidung triffst: Im Einklang mit deinem Inneren, deinem Verstand und deinen Werten.

Hochsensibel auf Jobsuche: Die richtige Job-Entscheidung treffen

Wahnsinn, dass wir schon hier angelangt sind. Du hast Optionen vor dir – und das müssen keine unzähligen sein. In deiner bisherigen Situation bleiben oder eine andere Stelle antreten ist bereits eine bedeutende Entscheidungssituation in deinem Leben. Du brauchst keine zehn Angebote auf deinem Tisch.

Aber wie triffst du eine Entscheidung, die sich für dich stimmig anfühlt, die strukturiert durchdacht ist und bei der du möglichst keine böse Überraschung erlebst? So gerne ich dir das Gegenteil versprechen würde – mit jeder Entscheidung riskierst du etwas. Und manchmal schickt uns das Leben in Lektionen, deren Sinn erst im Nachhinein klar wird.

Trotzdem versuchen wir hier mit 3 Tools, deine Entscheidung so transparent wie möglich zu machen. Los geht’s, Endspurt!

Tool 1: Stimmt die Basis? Abgleich mit deinen Werten

Hochsensibel-auf-Jobsuche-Werte-Leuchtturm
Foto: Evgeni Tcherkasski auf Unsplash

In Teil 2 Ein passendes Arbeitsumfeld ist wichtiger als deine Stellenbezeichnung und wie du es definierst haben wir deine Werte herausgearbeitet. Solltest du deine Werte nicht kennen, schau‘ dir gerne den Beitrag nochmals an.

Alternativ findest du hier einen, wie ich finde hilfreichen, Online-Test, der dir Anhaltspunkte zu deinen Werten liefern kann.

Werte sind wie Leuchttürme, an denen du dein Leben ausrichtest. Befasse dich immer wieder mit ihnen, prüfe sie, beobachte dich in Situationen, ob du deine Werte lebst und vorlebst.

Werte sind lebendig, frage dich immer mal wieder: Sind sie noch stimmig für dich? Welcher Wert ist inzwischen wichtiger geworden als ein anderer? Welche Werte kannst du aktuell in deinem Leben leben, welche weniger?

Deine Werte und die Werte der Organisation

Suche Informationen über die Werte, die für das Unternehmen, die Organisation wichtig sind. Welche Informationen findest du dazu auf der Unternehmenswebsite, in Broschüren und Artikeln über die Organisation?

Manchmal werden Werte nach außen hin kommuniziert, die so im Unternehmen nicht gelebt werden. Geh‘ nochmals innerlich in die Situationen, als du Kontakte mit dem Unternehmen hattest. Wie waren die Menschen am Telefon, in der Videokonferenz, falls du vor Ort warst: Wie wurdest du begrüßt, welche Atmosphäre hast du gespürt. Welchen Eindruck hattest du während des Vorstellungsgesprächs von deinen Gesprächspartnern?

Deine Werte und die Werte deiner angestrebten Tätigkeit

Welche Werte sind in deiner angestrebten Tätigkeit von Bedeutung? Welche deiner Werte kannst du in der Aufgabe leben, welche weniger? Es muss kein 1:1-Match sein, doch sollten keine großen Konflikte vorhanden sein.

Beispiel: Wenn dir der Wert „Nachhaltigkeit“ wichtig ist, wirst du in einer Aufgabe in einem Textil-Discounter, der Massenware verkauft ohne auf die Herstellungsbedingungen zu achten, vermutlich nicht glücklich (außer du bekommst freie Hand, um den Laden umzukrempeln – meist allerdings leider nicht der Fall).

Deine Werte und die Werte deiner potenziellen Führungskraft

Da wir als feinfühlige Menschen feine Antennen haben für unser Umfeld und auch die Beziehungen in unserem Arbeitsumfeld, kann auch das einen Blick wert sein. Wie wirkte deine zukünftige Führungskraft als Mensch?

Natürlich kannst du das oft noch nicht vollumfänglich beurteilen, aber vielleicht hast du ja einen ersten Eindruck.

Beispiel

Hochsensibel-Jobsuche-Werte-Beispiel
Foto: Eigene Darstellung

Manu hat die Option, in einer kleinen neu gegründeten Firma im Marketing zu arbeiten, die nachhaltige Mode produziert. Er wird das Marketing eigenverantwortlich aufbauen und entwickeln und bekommt dafür den entsprechenden Freiraum zugesichert. Das Team und seine zukünftige Führungskraft machten einen angenehmen Eindruck im Gespräch – sowohl ihm gegenüber als auch untereinander wirkte die Atmosphäre respektvoll und freundlich.

Für Manus Werte Nachhaltigkeit, Freiheit und ein respektvolles Miteinander sieht es vermutlich gut aus (grüner Punkt), natürlich basierend auf den Informationen die er bis heute hat und seinem persönlichen Eindruck, den er bislang gewonnen hat.

Seine Werte Sicherheit und Wohlstand werden ggf. weniger erfüllt (gelber Punkt), da es sich um ein kleines Unternehmen handelt, das sich gerade im Aufbau befindet.

Tool 2: Holen wir uns den Verstand zur Seite: Entscheidungsmatrix

In einer Entscheidungsmatrix (*) checkst du verschiedene Optionen daraufhin, wie sehr sie dir wichtigen Kriterien entsprechen.

5 Schritte, wie du konkret vorgehst

  1. Optionen benennen: Du benennst die Optionen, die du hast (es sollten nicht zu viele sein, fokussiere dich auf drei), z. B.
    • Den Job im Marketing annehmen (kleines Unternehmen für nachhaltige Mode)
    • In meinem bisherigen Job bleiben
    • Den Job im Marketing annehmen (Konzern)
  2. Kriterien festlegen: Du legst maximal sechs Kriterien fest, die dir wichtig sind und auf die du Optionen hin prüfen möchtest
  3. Kriterien gewichten: Du gewichtest die Kriterien: Wie wichtig ist mir dieses Kriterium? (Skala von 1 bis 3: 1: wichtig, 2: sehr wichtig, 3 = unbedingt notwendig)
  4. Optionen checken: Du prüfst die Option auf das Kriterium hin: Wie sehr ist das jeweilige Kriterium erfüllt? (Skala von 0 bis 3: 0: nicht erfüllt, 3 = zu 100 % erfüllt)
  5. Ergebnis errechnen: Du errechnest das Ergebnis (multipliziere die Zahl „Gewichtung des Kriteriums“ mit der Zahl bei „Wie sehr erfüllt?“.

Hier siehst du ein Beispiel:

Hochsensibel-Jobsuche-Entscheidungsmatrix-Beispiel
Foto: Eigene Darstellung

Du gehst diese 5 Schritte für jede Option durch und vergleichst anschließend die errechnete Ergebnispunktzahlen miteinander.

Sieh‘ dir an, welche Option vorne liegt. Fühlt sich das für dich stimmig an?

Ganz wichtig:

Die Entscheidungsmatrix soll dich in deiner Entscheidungsfindung unterstützen, dir die Entscheidung allerdings nicht abnehmen. Wenn rechnerisch eine bestimmte Option vorne liegt, dein Inneres allerdings sagt: „Das fühlt sich nicht stimmig für mich an.“, dann nimm‘ dies ernst.

Tool 3: Nutzen wir die Power deiner Intuition

Hochsensibel-auf-Jobsuche-Innere-Stimme
Foto: Sage Friedman auf Unsplash

Deine Werte, eine Entscheidungsmatrix als strukturierter Überblick über deine Optionen …. aber – hey, fehlt da nicht was?

Als sensible Menschen haben wir ein feines Gespür für unser Inneres. Deine innere Stimme, deine Intuition, dein Herz … vielleicht bin ich hier ein wenig unpräzise, doch ich bin mir sicher, du weißt was ich meine.

Das, was du vernimmst, wenn du in dich hineinlauschst. Dieses Gefühl, diese Stimme … was dir ein Zeichen gibt und flüstert: YES. Oder hm, ich weiß nicht … oder auch mal ein klares Nein ausspricht (das wir manchmal nur zu gern überhören oder nicht nach außen vertreten).

Wie kommst du in Kontakt mit deinem Inneren?

Eins vorweg: Du bist einzigartig und wirst deine persönliche Arten finden für Zugang zu deinem Inneren.

Es gibt verschiedene Techniken, die Menschen helfen, mit ihrem Inneren in Kontakt zu kommen. Das kann z. B. sein:  

  • Dich für ein paar Momente auf deinen Atem konzentrieren
  • Eine Meditation
  • In deinen Körper kommen mit z. B. Yoga, Tanz oder auch einem Sport, den du gerne machst
  • Spaziergänge in der Natur
  • Eine Musik, die dich berührt
  • Dir eine Auszeit nehmen, deine Termine absagen
  • Schreiben, z. B. in einem Notizbuch deine Gedanken oder auch Träume festhalten

Ich kann dir in diesem Abschnitt nicht die ultimative Technik oder Methode an die Hand geben.

Aber ich kann dich daran erinnern, dass es auch dein Herz, deine Intuition, deine innere Wahrheit gibt. Diese Stimme in dir wartet darauf, dass du sie fragst und aufmerksam ihrer Antwort lauschst.

Hochsensibel auf Jobsuche: Fazit

Ich hoffe ich konnte dir mit dieser Artikelserie zum Thema „Hochsensibel auf Jobsuche“ Impulse für deinen weiteren Weg geben.

Da ich von dir lernen möchte und meine Fähigkeiten, feinfühlige Menschen zu Beruf und Berufung zu begleiten, weiter und weiter entwickeln möchte, freue ich mich über dein Feedback – als Kommentar zu den Artikeln oder auch gerne als E-Mail an mich.

Du bist ein Geschenk. Entfalte dich. Klar und zielgerichtet, achtsam und in deinem Tempo. Auf deine Art – in deine sensible Einzigartigkeit.

Buch und Link zu „Hochsensibel auf Jobsuche Teil 6“

  • (*) Tool Entscheidungsmatrix aus „Meine 100 besten Tools für Coaching und Beratung: Insidertipps aus der Coachingpraxis“ von Svenja Hofert
  • Hilfreicher Online Werte-Test von einguterplan.de

Herzliche Grüße
Constanze