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Im Kampf mit sich selbst sein: Wir alle haben unsere inneren Konflikte. Manchmal glaubst du, du hättest dich anders verhalten sollen. Hättest mehr tun sollen. Du hättest diesen „Fehler“ nicht machen sollen. Hättest etwas „retten“ können. Eine Chance verpasst.

Manchmal hadern wir mit unserer zarten Seite, gerade als feinfühliger, vielleicht auch hochsensibler Mensch. Wir sollten sein „wie die anderen“, „uns nicht so haben“, „keine Extrawurst“ brauchen. Wir sind „nicht genug“, genügen unseren oder den (vermeintlichen) Ansprüchen der anderen nicht.

Mit sich okay sein – manchmal ist das einfach so verdammt schwer. Vielleicht auch aus Gewohnheit – zücken wir mal wieder das Schwert und ziehen in den Kampf gegen uns selbst: mit unserem Perfektionismus, unserem diese-Seite-an-uns-nicht-Mögen, unserer Wut auf uns und andere, mit unserer Frustration und Enttäuschung …

Dieser Beitrag ist für dich wenn du …

  • Gerade mit dir haderst, vielleicht auch mit deiner Feinfühligkeit
  • Gerade den Eindruck hast, auf irgendeine Weise „falsch“ zu sein
  • Glaubst, einen „Fehler“ gemacht zu haben, „falsch“ gehandelt zu haben und deshalb hart mit dir ins Gericht gehst
  • Aus einem anderen Grund gerade mit dir selbst in Kampf und Konflikt bist

Dieser Beitrag möchte …

  • den Anteil in dir stärken, der müde ist vom Kampf und eine Pause braucht
  • dich darin bestärken, dir einen Moment zu nehmen, um in dich hinein zu hören, bevor du weiterkämpfst
  • dir Anregungen geben, wie du im Kampf mit dir für einen Moment Ruhe finden kannst

Noch mehr Anstrengung bringt dich nicht weiter

Manchmal verfangen wir uns in unseren Konflikten und meinen noch mehr und noch mehr kämpfen zu müssen. Umstände im Außen verkrampft ändern zu müssen. Wir rennen wie gegen Wände. Wieder und wieder. Strengen uns noch mehr an, verausgaben uns noch mehr.

Sich aus einem laufenden Kampf mit sich selbst zu lösen kann schwierig sein. Dinge erzwingen zu wollen, auch. „Auf Biegen und Brechen“ funktioniert oft nicht.

Du haderst mit dir, weil du eine bestimmte Eigenschaft, einen bestimmten vermeintlichen Makel immer noch hast? Und das einfach nicht geändert bekommst…

Je mehr du gegen etwas, auch gegen dich, kämpfst, desto mehr hältst du fest.

Im Kampf mit sich selbst innehalten

Wenn du etwas festhältst, kann es sich nicht transformieren.

Auch deshalb ist es so wichtig, dass du manchmal einen Moment innehältst, bevor du weiter um dich schlägst.

Kämpfer|in, halte den Film an, der gerade bei dir abgeht (du hast die Macht dazu).

Leg' dein Schwert für einen Moment nieder. 
Schließ' die Augen. 

Atme tief ein. 
Atme tief aus. 
Hör' in dich. 
Hör' um dich. 
Hör' zu. 
In die Stille hinein. 
In deine Stille hinein.
Atme. 

Ruhe. 
Bei dir. 
Sei. 
Bei dir.
Spüre dich. 
In deiner Kraft. 

Gedanken können kommen 
- lass' sie plätschern, es ist okay.
Deine Ruhe ist kraftvoll.
Spüre in dich. 
Hör' in dich.
Atme. 
Sei. 
Bei dir.

…nach ein paar Momenten oder auch einer längeren Zeit, die so lange ist, wie du es brauchst …

… entscheide dich – aus der Ruhe heraus – ob du weiterkämpfst.

Ist es Zeit für einen Kampf? 
Du spürst es. 
In deinem Inneren weißt du.
Ist es Zeit etwas ruhen zu lassen?
Eine Facette an dir anzunehmen. 
Eine Situation zu akzeptieren. 
Mit einem Ereignis aus deiner Vergangenheit 
etwas mehr in Frieden zu kommen.
Mit dir 
etwas mehr in Frieden zu kommen.

Anregungen, wie du etwas mehr Ruhe in dir finden kannst

Hier findest du einige Anregungen, wie du in Situationen, in denen du mit dir kämpfst, etwas mehr zu dir und in die Ruhe finden kannst:

  • Geführte Meditationen, viele sind online und kostenlos verfügbar
  • Dich auf deinen Atem konzentrieren (so einfach und so effektiv)
  • Dir etwas Gutes tun (du weißt am besten, ob das ein schönes Essen ist, eine entspannende Musik, ein auspowernder Sport, …)
  • „Ich bin in Ordnung“ – einen Zettel mit diesem Text an einer Stelle aufhängen, die du gut sehen kannst
  • Ein Gespräch mit einem lieben Freund oder einer lieben Freundin
  • Schlafen, dich ausruhen
  • Termine und Verpflichtungen absagen (wenn möglich) und Zeit mit dir verbringen (wenn du das gerade brauchen solltest)
  • Ein Spaziergang in der Natur (ein Allheilmittel – für mich zumindest)
  • Ein entspannendes Bad
  • Dinge aufschreiben, die dich stärken, z. B. in einem Journal, allgemein: deine Gedanken festhalten, dir die Dinge von der Seele schreiben

Meine persönliche Sicht

Im Kampf mit sich selbst zu sein ist mir vertraut: In der aktuellen Zeit haben sich bei mir vermehrt Konflikte gezeigt, die schon immer da waren. Diese Konflikte habe ich zuvor mehr oder weniger gekonnt versucht, zu ignorieren.

Ein großes Thema war und ist für mich, meinen eigenen Ansprüchen zu genügen. Ich lege meine Messlatte oftmals so hoch, dass ich sie nicht erreichen kann. Ich gebe mir das Gefühl, nicht genug zu leisten, gerade als feinfühliger Mensch anders, „belastbarer“, „härter“ sein zu müssen.

In letzter Zeit habe ich mich immer mehr auf den Weg begeben, mir Gutes zu tun, liebevoller mit mir umzugehen – gerade in den aktuellen turbulenten Zeiten.

Manche Kämpfe sollten gekämpft werden. Doch bei manchen ist die Aufgabe nicht ein noch härterer und unerbittlicherer Kampf, sondern locker lassen. Annehmen. Sich annehmen. Sich entspannen in ein Vertrauen hinein, dass das jetzt genauso richtig ist. Dass du und ich genauso richtig sind. In unserer feinfühligen Einzigartigkeit.

Herzliche Grüße
Constanze